In unserem heutigen Beitrag erzählen uns Joshua, Jonas, Daniel, Luna, Finn und Jenny über die Sehenswürdigkeiten in Siena.
Dom von Siena
Cattedrale Metropolitana di Santa Maria Assunta
Baugeschichte
Im 13. Jahrhundert wurde auf dem Baugrund einer Basilika, welche wiederum auf dem Baugrund eines noch älteren Gebäudes entstand, die Kathedrale erbaut. Überlieferungen nach wurde sie aber bereits am 18. November 1179 vom Papst Alexander III. eingeweiht. Die Arbeiten an dem Lang- und Querhaus um 1260 wurden von den Mönchen von San Galgango verwaltet. Im Jahre 1284 begannen die Arbeiten an der Fassade unter Giovanni Pisano. Zur Erweiterung des Chors trotz eines abfallenden Geländes wurde eine Unterkirche, das Baptisterium, erbaut. Im Jahr 1313 wurde der etwa 77 Meter hohe Glockenturm fertiggestellt.
Um dem Dombau in Florenz zu konkurrieren, begannen 1339 die Arbeiten an dem Duomo Nuovo. Eine Fertigstellung des Plans, in welchem der Dom nur als Querschiff genutzt worden wäre, hätte eine der größten Kathedralen der Welt erschaffen, vergleichbar mit dem alten St. Petersdom. Doch die Pest, eine Wirtschaftskrise und Probleme mit der Statik und dem Baugrund erzwangen die Einstellung aller Arbeiten um 1357.
Außenbau
Der Dom hat seine architektonischen Quellen in vielen verschiedenen Stilarten. Die ursprüngliche Basilika sowie der Glockenturm sind romanisch. Die Umbauten im 13. Jahrhundert entstanden hingegen unter Einfluss der französischen Kathedralengotik.
Die Kunstwissenschaftlerin Antje Middeldorf-Kosegarten bezeichnet die heutige Kathedrale nach ihren vielen Erneuerungen erst zur Barockisierung im 17. Jahrhundert und dann zur Regotisierung im 19. Jahrhundert als „fast vollständig ruiniert“.
Innenraum
Das Innere des Domes ist mit zahlreichen Decken- und Wandverzierungen versehen. Die Kanzel wurde 1268 gebaut und wird von Säulen gestützt, welche wiederum von Löwen getragen werden. Der Dom besitzt desweiteren 2 Kapellen, eine zur Ehrung von Madonna del Voto und eine zur Aufbewahrung der Armreliquie Johannes des Täufers. Pius III. ließ auch eine Bibliothek zur Ehren seines Onkels Pius II. errichten. Der Boden des Domes ist mit 50 Mosaikbildern verziert. Etwa 40, zum Teil berühmte Künstler der französischen Frührenaissance waren an diesem Mosaik beteiligt und verbildlichten vom 14. bis ins 16. Jahrhundert Biblische Themen, Allegorien zu Weisheiten und Tugenden der Antike sowie Propheten und Sibyllen als gemeinsame Verkünder des Messias.
Baptisterium
Unter dem Domchor in Siena findet sich das Battistero di San Giovanni wieder. Bekannt geworden ist die gotische Taufkirche durch das, sich im Inneren befindende Taufbecken, welches knapp hundert Jahre nach der Fertigstellung des Baptisteriums im Jahr 1325 erbaut wurde. Das sechseckige Becken ist an den Seiten mit sechs verschiedenen Bronzereliefs und an den Kanten mit Figuren der Tugenden verziert. Darüber findet sich, auf einer Marmorsäule stehend, eine Statue von Johannes dem Täufer. Seit 2003 hat man vom Baptisterium aus auch Zugang zur Krypta, welche der Unterbringung von Pilgern diente. Ebenfalls wurden in dem Raum alte Wandmalereien entdeckt. Diese sind dem Zeitraum zwischen 1270 und 1290 zuzuordnen.
Dommuseum
Direkt neben der Kathedrale, im unvollendeten Seitenschiffs des „Neuen Domes“ befindet sich das Dommuseum („Museo dell’Opera della Metropolitana“). In dem 1869 eröffneten Museum sind Skulpturen zu finden, welche einst die Kathedrale von innen oder von außen zierten. Auch Gemälde gehören zur Ausstattung des Museums. Der Fokus des Museums ist jedoch auf den italienischen Maler Duccio di Buoninsegna gelegt, wobei sein Werk „Maestà“ die Hauptattraktion darstellt.
Piazza del Campo
Der Piazza del Campo in Sienna, zu deutsch „Platz des Feldes“, bildet als Platz das Stadtzentrum der Toskanischen Stadt.
In den Kindertagen der Stadt diente der Platz als (Regen-)Abfluss, doch durch seine strategische Lage an Handelsrouten siedelte sich eine Marktkultur an. Rasch machte er damit dem ursprünglichen Stadtzentrum, der Castelveccio, zu deutsch „alte Burg/Festung“, Konkurrenz.
Nachdem der Platz 1169 erwähnt wurde, unterteilte man ihn 1193 durch eine Mauer, sodass ein neuer Platz, der Piazza del Mercato, entstand. Dies diente ebenfalls der Wasserableitung.
Weiter setzt der Platz enorme Kontraste im gesellschaftlichen Bild, denn anders als beispielsweise in Pisa oder Venedig ist keine Kirche unmittelbar an den Platz gesiedelt. Im 13. Jahrhundert wurde das Rathaus vom Regierer Neun an den Piazza del Campo gebaut, wodurch symbolisch die Trennung von Staat und Kirche vonstatten ging.
So ist der Dom als religiöses und der Piazza del Campo als weltliches Zentrum gesehen werden.
Fonte Gaia…
… auch genannt der „Brunnen der Freude“ befindet sich auf der höheren Seite des Campo. Es wird so genannt, da man es 1342 das erste Mal geschafft hat, mithilfe einer 25 km langen Leitung, Wasser in die Stadt zu leiten. Zuvor gab es einen längeren Wassermangel in der Bergstadt Siena, der den Bau eines Brunnens fast unvermeidbar machte.
Jacopo della Quercia hat den Brunnen geschaffen von 1409 bis 1419 mit dem Auftrag die angebliche römische Abstammung der Stadt zu dokumentieren, da man 1409 sich zunehmend für die antike Vergangenheit interessierte. Die Figuren auf dem Brunnen stellen einen Ausgleich zwischen der klassischen Tradition und dem gotischen Schwung dar. Jedoch wurden diese Figuren in der Renaissance durch Nachbildungen von Tito Sarrocchi ersetzt. Die Originalteile des Brunnens stehen heute im Museum von Santa Maria della Scala.